Willkommen in 2021

Liebe Freunde der DELIKATEN,
Es gibt Zeiten der Stille und Zeiten des wilden Treibens, Zeiten des Entwickelns, des Überdenkens, des Reflektierens, Zeiten für Dankbarkeit, Zeiten für Abschiednehmen und Zeiten für Neue Pläne.

2020 haben wir die vielleicht wichtigste Theatervorstellung in Hamburg geben können, da viele Fragen der Zeit und Antworten, die neue Fragen eröffnen in unserem Stück DON QUIJOTE deutlich wurden. Vor allem war es das Gefühl der Dankbarkeit, spielen zu dürfen und auch eine besondere Dankbarkeit vom Publikum aus, Theater erleben zu dürfen. Wir hatten ein funktionierendes Hygienekorzept entwickelt und die Bezirksämter Altona, Eimsbüttel, Harburg, Bergedorf, Hamburg Nord haben uns dabei unterstützt. Turbulenzen der Zeit werden sich 2021 wohl fortsetzen. Um so mehr motiviert es mich zusammen mit den Künstlerkollegen an diesem Stück weiterzuarbeiten. Für ein neues Stück wird die Zeit dann möglicherweise erst 2022 soweit sein.
Bis dahin werden wir an den einzelnen Figuren, den Inhalten und den Abläufen noch feiner und klarer arbeiten können. Vielleicht wird auch der eine oder andere Kollege neu zum Team dazu kommen. Vieles bleibt noch offen. Während das Rad der Geschichte sich weiter dreht, bleibt mir Dank zu sagen an alle delikaten Kollegen, für ihr engagiertes, wundervolles Spielen, so das wir diese Welt wieder mit Lebendfreude, anregenden Gedanken und Spaß am Spiel bereichern konnten. Dank auch an unser treues, sich immer wieder erfrischendes Publikum, mit dem wir unsere Theaterfreude, unser Wissen und Können teilen konnten.
Ich wünsche uns allen für 2021 ein neues WIR und eine neue bunte sinnschöpfende Theaterlandschaft. Die Menschen brauchen Theater und Poesie. Vielleicht ist es gerade jetzt das Theater und die Poesie, die in diesen turbulenten Zeiten Orientierung und Freude geben kann, und gerade dort Brücken baut, wo Fronten sich scheinbar unvereinnehmlich verhärtet haben. Gerade im Theater stellen wir fest, dass die brennenden menschlichen Fragen so alt sind, wie die Zeit selber.
Don Quijote:
„Ich denke an die Zeit als es mein und dein nicht gab … Als die Menschen friedlich teilten, was ihnen die wohltätige Natur, gespendet hatte. Was sollten auch Menschen, voreinander verstecken! Klare Quellen schenkten ihnen Wasser, die Bäume schenkten ihnen Früchte. Man wusste noch nichts vom Geld, von dem aller Lug und Trug, aller Grimm und Eigennutz herrührt… Und wenn es diese Zeit auch nie gab, Sancho, so wurde sie doch die Goldene genannt.“
Dieses alte Mühlrad, habe ich in dem kleinen fränkischen Dorf Urspring entdeckt. Erstaunlich, während Raketen in den Weltall fliegen, dreht sich dieses alte Mühlrad immer noch und es dreht sich und dreht sich. Was dieses Rad wohl alles erlebt hat und zu erzählen hat. Es wird sich weiter drehen und Wanderer werden anhalten und es bewundernd anschauen.
So mögen auch wir die Wunder des Lebens entdecken und 2021 neu mit unserer Kunst beleben.
Viola Livera, 01.01.2021, aus dem fernen Winterquartier Oberelsbach