Strasse der Poesie – Semperplatz

Ab September bis Ende Oktober 2017 sind wir unterwegs rund um den Semperplatz in der „Jarrestadt“ im Hamburger Stadtteil Winterhude.
Das Poesiefest planen wir für den 11.11.2017
Mit dabei ist Chrissy Florence Hat und Steffen Gottschling

Erste poetische Erkundungen rund um dem Semperplatz im Jarreviertel:

Auf dem Semperplatz:


Das Leben ist einfach immer wieder schön!

Das Leben ist wie der Wind, manchmal ist es stürmig! 

Das Leben ist wie der zarte Kuss der Geliebten! 
 
Forrest Gump: „Das Leben ist wie eine Praline, 
man weiß nie was man bekommt.“

Fotos: Steffen Gottschling und Viola Livera
 
Dein Lächeln,
die schönste Antwort
auf all meine Fragen!

Ich bin eine Hamburger Dirn. Morgen werde ich 21, heute bin ich noch 20. Seit 60 Jahren bin ich verheiratet, 
aber gerade erst 20! Bin halt eine Hamburger Dirn. Deswegen kommt die Sonne raus, 
weil ich immer so viel Quatsch erzähle... .
 
Fotos: Viola Livera
Zu Besuch bei Cafe Caspar :

Das Leben ist spannend und herausfordernd, immer wieder Neues ausprobieren. Ich habe alles selbst in der Hand …"
"Ich hatte eine feste Arbeit. So hätte ich bis zur Rente weiter leben können, aber dann habe ich alles aufgegeben und mir meinen Traum erfüllt mit diesem Cafe Caspar!"
Foto: Viola Livera. 

Den Duft des Herbstes
haben wir auf uns wirken lassen
beseelt von der Freude der Bäume,
die ihre Blätter langsam anfangen
auf uns herunter rieseln zu lassen...
 
Foto: Viola Livera 

Ein Mann mit seinen  Einkaufstüten ruht sich neben den Mülltonnen aus, darüber ein Bild von unbezahlbaren Luxusappartments von Grossmann & Berger! :"Ein waschechtes Stück Hamburg! Das reinste Vergnügen! Passt wie angegossen! " Vielleicht denkt er gerade darüber nach, ob er am Sonntag zur Wahl gehen soll oder lieber zuhause bleibt?
Foto: Viola Livera 
Zu Besuch im Laden Träumereien von Brigitte Werner & Joachim Lange:

Buch: SEIFENBLASEN REISEN LEISE *Träumereich Verlag 
Vor langer, langer Zeit, viele Träumejahre her, da fand man ein Buch; dick und schwer; im tiefen, tiefen Kellerraum eines alten vergessenen Uhrenladen, wo irgendwann um Mitternacht die Zeit auf einmal stehen blieb und man das Märchen fand vom Rätzel aller Kinderträume, wie sie reisen durch Zeit und Raum... 

...Wenn die Seifenblasen fröhlich ausgelassen beim Pustespiel über den Rasen tanzen und zerplatzen, dann war der Traum zu schwer. Steigen sie aber hoch, himmelblau und verstecken sich hinter Wolken, sind nicht mehr zu sehen, dann werden eure Träume war und ganz besonders schön.
                                                            In einer Welt voller Gewalt
da werden nicht einmal Teddys alt
drum hört was euch die Teddys sagen:
"Ihr sollt euch lieben und vertragen!"

Be-bop-a-lula, she's my baby
Be-bop-a-lula, I don't mean maybe
Be-bop-a-lula
She's my baby doll, my baby doll, my baby doll
 
Fotos: Steffen Gottschling

Wir lustwandelten und frohlockten
und hörten plötzlich die Brunftschreie
eines röhrenden Hirschen


An jener Ecke, als ich dich traf, lustwandelte ich vibrierend und die Sonnenstrahlen hauchten mir neues Leben ein. In der Ferne beobachtete mich ein kleiner Hund. Wo war ich nur? Mir wurde ganz schwindlig. Ich war wie von Sinnen. War ich in einem Märchenwald? Das Wasser war klar und frisch. Ich träumte von der letzten Liebesnacht und die Herbstblätter wedelten über mein Haupt. Sie sangen ein Lied. Was war das nur für ein Tag?......
Fotos: Steffen Gottschling
Zu Besuch bei Panismak:

Ich liebe dich, wie der Wind,
der sanft über meine Haut streicht
Foto: Steffen Gottschling
Zu Besuch auf Kampnagel:

Seh zu dass du
in die Gänge kommst
Das Leben ist wie es ist
aber immer positiv

Foto: Steffen Gottschling.
Zu Gast bei BEI UNS:

Ich sitze am stillen Gedankenfluss
Blätter und Zweige und Bilder
trägt er mir vorbei
doch ich kann mich nicht
mich nicht erinnern
Regen schreibt mir Geschichten auf das Dach
Erzähl mir seine Träume
 Ich flüstere vor mich hin
 und lausche dem seltsamen Klang deines Namens 

Ziehen über uns auch Wolken graulich schwer bedrohlich nah, wissen wir die gleiche Sonne glüht noch immer Jahr für Jahr. Auch für uns sendet sie Strahlen selbst wenn wir vor Kälte frieren lass uns deshalb nicht verzweifeln und die Hoffnung nicht verlieren. 

Das Leben ist wie eine Sektperle in einem Glas
wie die Schaumkrone auf der Welle
wie das Wetter, überraschend anders, immer spannend
wie der Anfang im Ende und das Ende im Anfang
wie ein Roman und ich bin die Hauptdarstellerin
manchmal wie ein kaltes Mittagessen
als Nachspeise gibt es wunderbare Momente am Flußufer
und wir bauen eine Brücke von meinem zu deinem Ufer

Ein kleines Lied! Wie geht's nur an,
Daß man so lieb es haben kann,
Was liegt darin? erzähle!
Es liegt darin ein wenig Klang,
Ein wenig Wohllaut und Gesang
Und eine ganze Seele.
                   Marie von Ebner-Eschenbach

Fotos: Chrissy Hat,Viola Livera und Steffen Gottschling
Zu Besuch bei Tagewerk Jarrestadt:

Phönix, ein Symbol für unsere Arbeit
Aufstehen aus der Asche
zurück ins Leben
und den Stadtteil im Schwung mitnehmen


Heute Morgen begrüßte mich der Tag mit seinem schönsten Lächeln  und ich begrüßte ihn auch, wie jeden Tag, mit Lächeln. Was war das wieder einmal für ein herzlich lächerlicher Tag!  


Mein Herz ist meine Heimat
und dort habe ich auch Platz 
für andere Menschen

Suzanne takes you down to her place near the river You can hear the boats go by, you can spend the night forever 
And you know that she's half-crazy but that's why you want to be there 
And she feeds you tea and oranges that come all the way from China 
And just when you mean to tell her that you have no love to give her. Then he gets you on her wavelength 
And she lets the river answer that you've always been her lover 
And you want to travel with her 
And you want to travel blind 
And you know that she will trust you 
For you've touched her perfect body with your mind       Leonard Cohen

Fotos: Steffen Gottschling, Chrissy Hat

Bei BEI UNS:

Luis de Camões Portugiesisch:
Amor é fogo que arde sem se ver;
É ferida que dói e não se sente;
É um contentamento descontente;
É dor que desatina sem doer;

 É um não querer mais que bem querer;
  É um andar solitário entre a gente;

É nunca contentar-se de contente;
  É um cuidar que se ganha em se perder.

 É querer estar preso por vontade
 É servir a quem vence o vencedor,
 É ter com quem nos mata lealdade.

Mas como causar pode seu favor
  Nos corações humanos amizade;
  Se tão contrário a si é o mesmo amor?

 Deutsch:
 Liebe ist Feuer, das unsichtbar brennt,
  Eine schmerzende Wunde, die man nicht spürt,
  Wie unzufriedene Zufriedenheit,
  Den Verstand raubendes Leid, das nicht Weh tut;

 Liebe ist nichts mehr wollen als Liebe zu schenken;
  Wie unter Menschen einsam zu wandern;
  nie genug zu haben von der Glückseligkeit
 dafür Sorge zu tragen, dass Verlust Gewinn bringt.

 Es ist wie freiwillige Gefangenschaft
  Dem Gewinner zu dienen, dem Sieger,
  Dem treu zu sein, der uns vernichtet.

 Aber wie kann ihre Gunst
  Freundschaft in den Herzen erwecken,
  Wenn die Liebe selbst so widersprüchlich ist?
                                            Luis de Camões
Zu Besuch im Fahrradladen Freilauf:

Ich mache keinen Plan
Der Plan hat mich
          
Jorge Luis Borges:
Al idioma alemán
Mi destino es la lengua castellana,
El bronce de Francisco de Quevedo,
Pero en la lenta noche caminada
Me exaltan otras músicas más íntimas.
Alguna me fue dada por la sangre –
Oh voz de Shakespeare y de la Escritura-,
Otras por el azar, que es dadivoso,
Pero a ti, dulce lengua de Alemania,
 Te he elegido y buscado, solitario.
 A traves de vigilias y gramáticas,
 De la jungla de las declinaciones,
Del diccionario, que no acierta nunca
 Con el matiz preciso, fui acercándome.
 Mis noches están llenas de Virgilio,
 Dije una vez; también pude haber dicho
 De Hölderlin y de Angelus Silesius.
 Heine me dio sus altos ruiseñores;
 Goethe, la suerte de un amor tardío,
 A la vez indulgente y mercenario;
 Keller, la rosa que una mano deja
 En la mano de un muerto que la amaba
 Y que nunca sabrá si es blanca o roja.
 Tú, lengua de Alemania, eres tu obra
 Capital: el amor entrelazado
 De las voces compuestas, las vocales
 Abiertas, los sonidos que permiten
 El estudioso hexámetro del griego
 Y tu rumor de selvas y de noches.
 Te tuve alguna vez. Hoy, en la linde
De los años cansados, te diviso
 Lejano como el Agebra y la luna

An die deutsche Sprache
Mein Schicksal ist die Sprache Kastiliens,
das Erz Francisco de Quevedos,
doch in der sacht schreitenden Nacht begeistern
 mich andere, intimere Musiken.
 Die eine wurde mir vom Blut gegeben –
 o Stimme Shakespeares und der Heiligen Schrift -,
 andre vom Zufall, der freigebig ist,
 dich aber, milde Sprache Deutschlands,
 habe ich selbst erwählt und ganz allein gesucht.
 Durch Nachtwachen und durch Grammatiken,
 durch den Dschungel der Deklinationen,
 durchs Wörterbuch, das niemals die genaue
 Schattierung trifft, hab ich mich genähert.
 Voll von Vergil sind meine Nächte, hab ich
 einmal gesagt; ich hätt auch sagen können,
 voll Hölderlin und von Angelus Silesius.
 Heine gab mir seine hohen Nachtigallen,
 Goethe gab mir das Glück von später Liebe,
 die nachsichtig und dabei käuflich ist;
 Keller die Rose, die eine Hand läßt
in der Hand eines Toten, der sie liebte
 und nie wissen wird, ob sie weiß, ob rot ist.
 Du, Sprache Deutschlands, bist dein größtes Werk:
 die verflochtenen Liebschaften
 zusammengesetzter Wörter, offene Vokale
 und Laute, die noch den beflissenen
 Hexameter des Griechen ermöglichen,
 und dein Raunen von Wäldern und von Nächten.
 Einmal besaß ich dich. Heute, an der Grenze
 der müden Jahre, kann ich dich noch ahnen,
 so fern wie die Algebra und der Mond.
                                        Jorge Luis Borges

La vie en rose

Des yeux qui font baisser les miens
Un rire qui se perd sur sa bouche
Voilà le portrait sans retouche
De l'homme auquel j'appartiens

Quand il me prend dans ses bras
Il me parle tout bas
Je vois la vie en rose

Il me dit des mots d'amour
Des mots de tous les jours
Et ça me fait quelque chose

Il est entré dans mon cœur
Une part de bonheur
Dont je connais la cause

C'est lui pour moi, moi pour lui dans la vie
Il me l'a dit, l'a juré pour la vie

Et dès que je l'aperçois
Alors je sens en moi
Mon cœur qui bat

Des nuits d'amour à ne plus en finir
Un grand bonheur qui prend sa place
Des ennuis, des chagrins, s'effacent
Heureux, heureux à en mourir

Quand il me prend dans ses bras
Il me parle tout bas
Je vois la vie en rose

Il me dit des mots d'amour
Des mots de tous les jours
Et ça me fait quelque chose

Il est entré dans mon cœur
Une part de bonheur
Dont je connais la cause

C'est toi pour moi, moi pour toi dans la vie
Il me l'a dit, l'a juré pour la vie

Et dès que je t'aperçois
Alors je sens dans moi
Mon cœur qui bat                                     Edith Piaf

Kontakt